Klinisch psychologische Diagnostik von Kindern und Jugendlichen

Diagnostische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist häufig die Voraussetzung dafür, um angemessene weitere Schritte einleiten zu können oder auch entwicklungsspezifische Fragen richtig beantworten zu können, um in zukunftsweisenden Entscheidungen zu unterstützen.

 

Unter anderem sind Fragen zu folgenden Problemfelder häufig:

  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Hyperaktivitäten
  • Konzentrationsproblemen
  • Familiären Problemen
  • Aggressionen
  • Angstformen
  • sozialen Probleme
  • Entwicklungsfragen
  • Schulischen Problemen

Was wird in der klinisch psychologischen Diagnostik gemacht?

 

Als erstes findet ein ausführliches Gespräch bis maximal 90 Minuten zur Bestandsaufnahme des Problems statt. Themen sind unter anderem aktuelle und ehemalige Lebensumstände, das außerfamiliäre soziale Umfeld (Kindergärten, Schule) und die familiären Verhältnisse. Anlassbezogen findet dieses Gespräch mit den Eltern und dem Kind oder jeweils nur mit Eltern bzw. Kind statt.

 

Danach werden verschiedene Testverfahren eingesetzt. Es stehen dabei eine große Anzahl verschiedener wissenschaftlich geprüfter Tests zur Verfügung, aus denen die jeweils idealen ausgewählt werden. Dies sind Intelligenztests, Persönlichkeitstests und Leistungstests, unter anderem zur Feststellung der Aufmerksamkeits-, Konzentrations-, Reaktions- und Belastungsfähigkeit sowie des Entwicklungsstandes.

 

Abschließend wird ein Befund erstellt und dieser den Eltern in einem Abschlussgespräch übermittelt. Dieses testpsychologische Gutachten beschreibt im Detail die Testergebnisse sowie eine aus dem Ergebnis ableitbare Empfehlung der weiteren (z.B. neuropsychologischen, psychotherapeutischen, klinisch psychologischen) Behandlung oder Beantwortung der Fragestellung (z.B. schulbezogene Themen).

 

Wer kann überweisen?

Fachärzte für Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Kinderheilkunde; eine Überweisung von Allgemeinmedizinern, anderen Fachärzten sowie Wahlärzten muss chefärztlich bewilligt werden. Auf dem Zuweisungsschein muss vermerkt sein, dass eine klinisch-psychologische Diagnostik erbeten wird. Zudem muss eine krankheitswertige Verdachtsdiagnose nach ICD10 angegeben werden. Legasthenie, Rechen- und Lernschwächen sowie Oligophrenien werden allerdings von der Krankenkasse nicht bezahlt, da diese nicht als krankheitswertig eingestuft werden.

 

Nach der Terminvereinbarung wird im Erstgespräch die weitere Vorgehensweise geklärt.